Hüttenzauber

Hüttenzauber

Schwitzen. Nein danke. Das is nix für mich! Das hab ich als Kind schon nicht leiden können. Ohh, nein. Echt nicht! Nicht, weil ich was Besseres bin. Mich schmutzig machen, anpacken und dabei schwitzen – das mag ich. Das tu ich sehr wohl! Hab auch Ziegeln geschleppt beim Hausbauen. Und Pfosten. Und später Kästen. Sogar die Couch. Da bin ich oft ins Schwitzen gekommen. Aber diese Art von Wasserauskörperrinnenlassen mein ich nicht. Ich meine: Ich mag nicht in die Sauna gehen. Sitzen. Warten. Schauen. Irgendwohin. Liegen. Abwischen. Nach Luft hecheln. …weil heiß und nass… Zehen zählen. Haare am Schienbein zählen. Muttermale zählen.  …weil irgendwie muss die Zeit doch schneller vergehen… Über irgendwas reden. Nicht reden. Denken. Nicht denken. Und das alles bei gefühlten 10.000 Grad. Das meine ich mit “schwitzen”. Nein, das mag ich nicht.

Sich zeigen

An sich wirke ich nach außen ja als eine recht starke Persönlichkeit. Mit einer großen Papalatur (kommt das Wort wirklich von Papa?!). So, als könnte mich nichts erschüttern. Hmmm. Ganz so ist es dann auch wieder nicht. So ohne Gewand sein – also in Ohnehinguckerwoclaudiaglaubtwegguckerzuhaben – sprich: Claudia pur – nun, das find ich noch überarbeitungswürdig für mein Innerstes. Vor einigen Jahren hat mich eine Freundin gefragt, ob ich nicht mit ihr in den Wellness-Spa-Sauna-Landschaftsbereich einer Therme mitgehen würde. Ich – vom Teufel geritten und vergessen habend, dass ich dort meine Wegguckerstellen nicht mehr mit Tuch und Schmuck verstecken kann – sagte zu. Na frage nicht. Ich hab den Tag überstanden. 1x im Dampfbad. Zwar angenehm warm und meine Freundin ist auch eine Nette. Bloß da hat es so genebelt, dass ich meine Schienbeinhaare nicht zählen konnte. Auch nicht meine Zehen. Und irgendwie wurde mir da bald langweilig. Und Langeweile und Claudia – hmmm …. auch schon wieder was Überarbeitungswürdiges 😉 Also war es nicht das Gelbe vom Ei. Ich hab nach der Aktion beschlossen, mich ein für alle Male von Saune, Dampfbad und Co abzuwenden.

Schnupfenzeit

Und dann passierte es. Der Schnupfen klopfte an die Tür in Pinklhausen und ich verrücktes Ding hab aufgemacht und gemeint: “Komm herein. Wie schön. Mindestens vier Jahre hast du dich nicht mehr anschauen lassen. Wie schön von dir. Komm rein. Zieh dich aus. Mach es dir gemütlich. Ich hab schon Tee aufgesetzt – willst du mittrinken?! Ich sag noch schnell dem Pinklmann Bescheid, damit er auch kommt.” Gratuliere, Pinklfrau! Auch das ist überarbeitungswürdig! Schnupfen hat dann schnell noch Husten und Heiserkeit eingeschleust und da hatten wir schon das Theater! Alle Pinklaner waren krank. Gar nicht fein. Und dann, dann passierte es…

Eine Zauberhütte muss her!

Mein Pinklmann sprach ein Machtwort. Es muss etwas geändert werden. Es braucht kurze Auszeiten, damit ich mich sammeln kann und nicht jedem die Türe aufmache, hat er gemeint. Husten, Schnupfen, Heiserkeit und das gesamte G´sindl darf ich nicht nochmals hereinlassen. Ok. Hab verstanden.

Und dann stand sie plötzlich da. Die Schwitzhütte. Die Achtsamkeitshütte. Die Plauderhütte. Die Esistschei*egalobdudellenhastodernicht-Hütte. Die Entspannungshütte. Die Nachdenkhütte. Die Atem-Hütte. Die Schaudenhundenbeimschlafenzu-Hütte. Die Nixtunhütte. Die Bunteblumenfußdackerlhütte. Die Infrarothütte. Unser Miniauszeit. Unser Hüttenzauber. Unsere Zauberhütte….