Aus. Ein. Aus. Und dann?

Aus. Ein. Aus. Und dann?

Ende

In den letzten Wochen gab es so manch wesentliche Eckpunkte, die unser Leben neu gestatteten. Lange waren AUS und NEIN und VIELLEICHT in den Mittelpunkt gestellt worden. Hin und wieder verirrte sich ein kleines, zögerliches und beinahe unscheinbares JA in das Leben vieler. Hmmm… war nicht immer easycheesy dem kleinen Ja gut zuzureden und es bei Laune zu halten. Dieses beinahe permanente SICHER NICHT und wenn, dann nur so, wie es vorgegeben wird, hat schon einige Male auch bei der Pinklfrau angeklopft und versucht, sie aus der Bahn zu locken. Zum Glück ist der fokussierte Pinklmann der beste Pinklfraubeschützer und zugleich Burgherr der Festung Pinklhausen. Hier ist Platz für das Positive, das Leben, die Liebe, den Moment, das Glücklich-Sein und das JA … vor allem dann, wenn das AUS sich wichtig machen will und der Verlust auf Aufnahme und Verpflegung pocht.

Verlust

Für ein Seminar bereite ich Unterlagen vor. Bleibe in Gedanken hängen.  … sich dem Thema Verlust nähern … Das Vorbeiundkommtnimma mal genau betrachten. Hinschauen. Und nicht als betrifftmichehnochnicht abtun. Loslassen. Naja, dieses Wort macht es auch nicht einfacher. Ich bleibe schon wieder hängen. Und frage mich:

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wann ist der optimale Zeitpunkt, sich damit auseinanderzusetzen? Wann gehört sich das? Wann tut man/frau das? Wenn jemand aus dem Leben gerissen wird? Wenn eine Krankheit diagnostiziert wird? Wenn man ein Seminar besucht / hält? Wann setzt man sich mit dem Geschenk Leben auseinander, indem man sich mit dem AUS und VORBEI beschäftigt? Ich weiß schon… oft ist eine Krankheit, ein Unfall oder irgendeine Fügung der Grund. Und ich frage nochmals:

Wann ist es stimmig, dem AUS Gedanken zu widmen?

In jedem Ende wohnt der Zauber des Neubeginns. Hmm … ob ich das so schreiben kann? Ob ich vom Ende her denken kann? So, wie wenn der Ausspruch gewählt wird: Man zäumt das Pferd von hinten auf. Da ist auch mit “hinten” das Ende gemeint. Auch wenn es heißt: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Ich drehe es einfach um und denke mir: Puhhhh, das ist schon heftig, das mit dem Ende im Neuanfang. Dabei puste ich wie ein Spitzensportler nach einem Mega-Sprint die Luft in einem Stoß hinaus … und muss schmunzeln. Da haben wir es schon! Das Ende.

AUSATMEN

Das ist das Ende. Das Ende eines Atemzugs, der durch meinen Körper gegangen ist. Ich hab nicht mal wirklich mitbekommen, wann und wo und wie dieser Atemzug in meinen Körper gekommen ist. Hab keine Ahnung, ob er sich wohlgefühlt hat. Wie lange er in mir war? Ob er einen Namen hat? Ob dieser Atemzug überhaupt männlich ist, wenn die Pinklfrau doch weiblich ist… (Jetztwird´sschräg)

Was ich damit sagen will: Der Atem ist ständig da. Ist mein Begleiter. Und dennoch weiß ich zu wenig über ihn. Bemerke ihn erst, wenn ich mich auf ihn konzentriere beim Meditieren oder wenn ich im 2. Stock vor der Türe der Pinkltochterwohnung stehe … weil ich ihn plötzlich vermisse und panisch nach Luft ringe (Anmerkung am Rande: der 2. Stock ist gaaaaaanz hoch oben und eigentlich ein 5.Stock)

Dem Ja geht ein Nein voraus

Oder anders gesagt: Dem EIN geht ein AUS voraus. Es muss zuerst (R-)AUS gehen, bevor was Neues (R-)EIN kann. “Raus mit dem Pfuiii, damit reinkann das Huiii” würde der Pinklmann jetzt sagen.

Wie spannend. Dem EIN = JA geht ein NEIN = AUS voraus. Mit anderen Worten: Wenn ich zu B) JA sage, muss ich zu A) NEIN gesagt haben. Oder nochmals anders:

Das Nein braucht ein Ja

Weil doch jedes NEIN zu dir, ein JA zu mir ist. Und weil ich für jedes HALTEN, freie Hände haben muss. Platz haben muss. … Dafür braucht es davor ein Loslassen. Und dieses Loslassen kann man üben. Im Kleinen. Hin und wieder. Zwischendurch.

Mit dem ENDE kann man sich bewusst auseinandersetzen

Wie? Den letzten  Kaffeeschluck bewusst trinken … dem letzten Bissen der Jause die volle Aufmerksamkeit schenken … den Atem bewusst rauslassen, damit ein neuer “Platz” hat – spürend, wahrnehmend, ihn verabschiedend, dankend … do it in a mindful way

Die Quintessenz: Es gibt JA und es gibt NEIN und das eine bedingt das andere. Wenn man loslässt, hat man für Neues beide Hände frei und gestaltet das Leben, soweit es einem gestattet ist und man/frau es will.