Geschenke, schenken, beschenkt werden

Geschenke, schenken, beschenkt werden

Geschenke

Ich muss ganz ehrlich sein: Die Pinklfrau ist nicht die perfekte Weihnachtsfee. Zwar schenkt sie gerne – am liebsten unterm Jahr, so ganz ohne Anlass, aber Geburtstage und Feierlichkeiten jeder Art verpasst sie beinahe regelmäßig und kommt 5 vor 12 drauf, dass da noch irgendwas fehlt. Oder irgendwer. Meist das Geschenkspapier. Oder die Blumen. Manchmal auch das Geschenk. Das ist dann immer besonders blöd. Gutscheine sind zwar immer eine Idee, aber wenn es dann um die Einlösung geht … Ach. Ein leidiges Thema.

schenken

Die Kids der Pinklfrau haben heuer den Vogel abgeschossen. Also meinen Vogel. Ich meine: Sie haben mich voll erwischt. Nein, eigentlich haben sie mit dem Pfeil voll in mein Herz getroffen. Mich kurzzeitig emotional in Schockstarre versetzt. In eine herzliche, liebevolle, sanfte, weiche, dankbare, von Liebe getragene Schockstarre.

Haben die beiden doch gemeinsame Sache gemacht… Der Pinklfraubub hat eine Frauenfigur besorgt, die ein Kind in den Armen hält. Mutter und Kind berühren einander an der Stirn. Diese Figur haben sie mir dann – er gemeinsam mit dem Pinklfraumädchen – mit den Worten überreicht: Nachdem wir jetzt beide ausgezogen sind, brauchst du etwas, damit du weißt, dass wir trotzdem immer da sind.

Heulschluchzplärrrrrrr

Wie großartig ist das, bitte?! Und ein paar Stunden davor (alles am 24.12.) besuchten uns Herzensfreunde auf ein Bier und ein Leberkässemmerljauserl. Das ist in Pinklhausen mit diesen beiden Menschen etwas ganz Besonderes. Das hat was Magisches. Das Leberkässemmerlessen mit denen. Wäre eigentlich mal einen Blogbeitrag wert… Naja, jedenfalls drücken uns die zwei eine Kleinigkeit in die Hand, die eine dermaßige Großigkeit ist, dass ich es gar nicht auszusprechen vermag. Nicht nur, weil es etwas wirklich Außergewöhnliches ist. Sondern, weil da so viel Emotionales auf dem Weg des Schenkens mit transportiert wurde. Und schon wieder hat sich in mir ein Heulschluchzplärrrrrr breit gemacht.

beschenken

Und in der großen Pinklfamilie wurde heuer erstmals Enger-Bengerl gespielt. Mich hat der Schlag getroffen, als nach Umwegen klar war, wen ich da zu beschenken hatte. Mein eigenes Pinklfraumädchen. Na dann. Kopfratterratterdingdongdenkmalnach. Hat nichts gebracht, bis ich vom Glück beschenkt wurde und mir die Idee durch eine Studentin geliefert wurde. Juhuuuu! Ich beschenke mein Mädel mit einer Lama-Wanderung. Was soll ich sagen?!  Schon lange hab ich sie nicht mehr so strahlen gesehen. Dabei ist es momentan nur ein Gutschein gewesen, den ich ihr in die Hand drücken durfte. Und dennoch: Das wird ein weltbesterfantstischgigantischer Ausflug werden. Nach diesen schönen Erlebnissen dachte ich, nachdem mich das Leben mit so wunderbaren Menschen, Situationen und Momenten beschenkt hat: Da passt nichts mehr drauf. Dachte ich…

Hundegebell als Hausglocke

…bis gestern abends die Pinklfrauhunde meldeten: Hier ist jemand. Frauchen, komm. Schau nach. Und völlig verchillt, weil davor auf der Couch eingeschlafen und bestimmt noch mit Polsterzipf im Gesicht, hab ich dann halt aus der Tür geschaut. Wer soll da jetzt bitte kommen?!? Ich mein… OMG! Ein Wichtel. Ehrlich jetzt. Da ist ein Wichtel gestanden. Mit einem Geschenk in der Hand. Und dieser Wichtel hat mich breit angegrinst und gemeint: Ich wollte dir persönlich dein Geschenk liefern, weil ich es davor nicht rechtzeitig geschafft habe. Wie gei* ist das bitte?!?! Ein Wichtel, sorry, eine Wichteline, um es korrekt zu sagen, steht vor meiner Tür. Und was macht man mit Wichtelinen? Genau: Man lädt sie ein zu Prosecco und Nutellaschnitte (vom Tochterkind gemacht) und Chips und plaudert bis spät in die Nacht hinein und kommt drauf: Wir haben zwar 5 Semester gemeinsam studiert, aber so richtig zum Plaudern sind wir nie gekommen. Und dabei haben wir so viel Gemeinsames. Nicht nur die Achtsamkeit… sondern auch das Räuchern und das kreative Einpacken der Geschenke. Und wenn kein Geschenkpapier mehr im Haus zu finden ist, dann nimmt man einfach Zeitungspapier… Weil es nicht um die Dinge geht, sondern um die Momente … um die Emotion dahinter … um die Zeit … um den Menschen … um die Haltung, mit der man die großen Kleinigkeiten und die kleinen Großigkeiten aussucht und schenkt. Dankedankedankedankedanke

 

 

Fotoquelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/bogen-box-feier-geschenke-1687045/